Im Auftrag von Erasmus+ auf Mallorca

Ab dem Schuljahr 2020/21 soll es für Schüler*innen der Erzieher*innenausbildung möglich sein, ein siebenwöchiges Praktikum auf Mallorca zu absolvieren. Jasmin Banani und Lea Weber flogen am 11. März nach Palma de Mallorca, um passende Praktikumseinrichtungen für die Schüler*innen zu finden und Kooperationen aufzubauen.

Seit mehreren Jahren bietet die Hilde-Domin-Schule im zweiten Ausbildungsjahr der Erzieher*innenausbildung einen siebenwöchigen Praktikums- und Studienaufenthalt für Schüler*innen in Finnland an. Im Moment arbeiten wir an Kooperationen mit Praktikumseinrichtungen in Palma de Mallorca. Ab dem Schuljahr 2020/21 soll es für Schüler*innen der Klassenstufe 2 BKSP 2 möglich sein, ein Praktikum in Spanien zu absolvieren. Das Auslandspraktikum findet im Rahmen des EU-Bildungsprogramms Erasmus+ im Bereich Berufsbildung statt. Aus diesem EU-Programm erhalten die Teilnehmer*innen ein Stipendium.

Um passende Praktikumseinrichtungen für die Schüler*innen zu finden und Kooperationen aufzubauen, flogen wir beiden Herrenberger Sozialpädagogik-Lehrerinnen Jasmin Banani und Lea Weber am 11. März 2020 nach Palma de Mallorca. Es ging vom kalten, regnerischen Wetter direkt in das warme und sonnige Palma. Dort angekommen stand zunächst ein Treffen mit Karin Callipo von der Organisation „education in progress“ auf dem Programm. Karin ist unsere Koordinatorin in Palma, die sich vor Ort sehr gut auskennt und uns Einrichtungen für Praktika und Unterkünfte für unsere Schüler*innen vermittelt. Dank ihrer offenen und lebendigen Art konnten wir von Anfang an vertrauensvoll zusammenarbeiten. Nachdem wir gegenseitige Erwartungen und Rahmenbedingungen für die Zusammenarbeit besprochen hatten, führte sie uns zu Carlos, der uns die schönsten Ecken Palmas zeigte und die Stadtführung mit vielen interessanten Geschichten, von frittierten Fischen, Krokodilen und leidenschaftlicher Liebe zu Pferden, schmückte.

Am Donnerstag besuchten wir die Schule „IES Antoni Maura“, an der Erzieher*innen ausgebildet werden. Nach einer kurzen Begrüßung durch die Rektorin erklärten sich gleich sechs spanische Kolleginnen bereit, sich mit uns über die Ausbildung in Spanien auszutauschen. Besonders interessant fanden wir, dass sie dort dieselben Ausbildungsinhalte und Schwerpunkte wie in der deutschen Ausbildung haben. Nach einigen Konfusionen über die Abschlüsse und die weitere Ausbildung konnten wir dann verstehen, dass eine Ausbildung als Erzieher*in in Spanien zwei Jahre dauert und das Abitur voraussetzt.

Die nächste Station unserer Bildungsreise war dann die Schule „Es Liceu“. Hier konnten wir erfahren, dass die Lehrer*innen zwar vom Staat bezahlt werden, sich aber an der kooperativen Schule finanziell beteiligen und somit Eigentümer sind und bei grundlegenden Entscheidungen, wie z.B. Räumen, Ausstattung etc., mitbestimmen. Beeindruckt hat uns die materielle Ausstattung, aber auch die Räumlichkeiten. So ist diese Schule im Kern eine alte Fabrik.

Am Nachmittag besichtigten wir noch mögliche Unterkünfte in Palma für unsere Schüler*innen. Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch bei „EDUCIR“, einem Verein, der Lehrerfortbildungen zum Thema „Achtsamkeit“ anbietet.

Freitags besuchten wir zunächst die Deutsche Schule in El Arenal, welche vom Kindergarten bis zum Abitur Schüler*innen betreut und unterrichtet. Hier werden ebenfalls zwei unserer Schüler*innen die Möglichkeit haben ein Praktikum zu absolvieren. Zum Abschluss unserer Bildungsreise besuchten wir noch die private Schule „Colegio Son Verí“. Auch hier werden Kinder von einem Jahr bis zum Abitur begleitet.

Die größte Herausforderung war für uns der Balanceakt einerseits herzlich und freundlich mit den Menschen umzugehen und andererseits aus Respekt den anderen Menschen gegenüber auf Grund des Corona-Virus genügend Abstand zu halten.