Praktikum in Finnland: Erster Bericht der Schülerinnen

Am 16.01.2020 flogen sechs angehende Erzieher*innen nach Finnland, um dort ihr Praktikum zu absolvieren. Lisa Jäger und Felicitas Krop berichten im Folgenden über die ersten Tage in einem zunächst unbekannten Land.

Reisetag: Aufgrund der späten Abgabe unserer Facharbeit konnten wir erst einen Tag vor der Abreise packen. Da unser Flug schon um 6:00 morgens von Stuttgart losging, mussten wir um 3:30 aufstehen, um uns um 4:30 Uhr am Flughafen treffen zu können. Ziemlich übermüdet gaben wir unser Gepäck auf, verabschiedeten uns von unseren Liebsten und warteten auf unseren ersten Flug nach Amsterdam.

Dass das Glück am Reisetag auf unserer Seite war, zeigte sich schon sehr früh, da unser Flug aufgrund von Rückenwind 25 Minuten früher in Amsterdam landen konnte und wir uns deshalb vor dem zweiten Flug nach Helsinki noch ein wenig die Füße vertreten konnten. Auch auf diesem Flug gab es keinerlei Probleme.

Unser erster Eindruck von Finnland war genau so wie es uns prophezeit wurde: sehr ruhig. Trotz bunten Treibens am Flughafen lag eine unfassbare Ruhe über allem.

Wieder war das Glück auf unserer Seite, da unser Gepäck als erstes vom Gepäckband gerollt kam. Wir folgten den Taxizeichen – zum Glück sind die Piktogramme international die gleichen – und fanden direkt ein Großraum-Taxi. Noch dazu sprach der Taxifahrer ein nahezu perfektes Englisch und wusste genau wo der Campus Seurakuntaopisto liegt. Auf dem Weg Richtung Järvenpää kontaktierten wir Antti, den zuständigen Sozialarbeiter, der uns direkt nach unserer Ankunft in Empfang nahm. Als erstes zeigte er uns das Haus, in dem wir die nächsten 7 Wochen wohnen werden. Dort stellten wir unser Gepäck ab und bekamen unsere Schlüssel. Dann erklärte uns Antti das wichtigste zum Campus und gab uns eine Führung über den ganzen Campus. Zu guter Letzt bekamen wir für die ersten fünf Tage Fahrräder. Da wir (Lisa und Felicitas) den weitesten Arbeitsweg haben, dürfen wir die Fahrräder über den kompletten Praktikumszeitraum behalten.

Nachdem Antti uns wieder in unserem neuen „zu Hause“ abgesetzt hatet, teilten wir die Zimmer auf und packten unsere Koffer und Rucksäcke aus. Als sich jeder von uns in seinen neuen vier Wänden eingerichtet hatte, fuhren wir gemeinsam zu Lidl nach Järvenpää, um den ersten Einkauf zu machen. Da sich jeder von uns unterschiedlich ernährt, beschlossen wir, dass wir während unserer Zeit in Finnland keinen gemeinsamen Kühlschrank haben werden. Wir wollen aber versuchen ab und zu gemeinsam zu kochen. Unser erster Besuch bei Lidl zog sich ziemlich in die Länge, da wir viele Worte übersetzen mussten. Der uns bekannte Aufbau des Supermarkts erleichterte aber einiges. Özge stellte mit großer Freude fest, dass es ein riesiges glutenfreies Sortiment gibt.

Wieder zurück auf dem Campus packten wir unsere Einkäufe aus und bereiteten gemeinsam einen Salat zu. Da wir die Müdigkeit alle ziemlich in den Knochen sitzen hatten, zappten wir nur noch ein wenig durch das finnische Fernsehen und gingen dann ins Bett.

Tag 2:

Am nächsten Morgen um 8:30 Uhr bekamten wir Besuch von Katja. Nachdem sie uns jede Menge Materialien und finnische Studentenausweise, mit denen wir Rabatt zum Beispiel auf Bahntickets bekommen, gegeben hatte, machten wir uns auf den Weg zur ersten unserer drei Einrichtungen. Da der Kindergarten Valona direkt auf dem Campus liegt, war dies unser erster Stop. Im Kindergarten ist uns direkt wieder die Ruhe aufgefallen. Zudem waren wir sowohl von der Ausstattung der Einrichtung als auch von der Gruppengröße sehr begeistert. Das gleiche gilt für die Vorschule, die wir uns direkt nach dem Kindergarten ansahen. Die Erzieherinnen und auch die zuständigen Anleiter sind alle sehr nett und haben uns gut aufgenommen, weshalb wir uns noch mehr auf unseren ersten Arbeitstag freuen.

Um 10:45 gab es dann ein sehr frühes Mittagessen in der Kantine. Es war für jede von uns etwas dabei, da es sowohl vegane als auch glutenfreie und kohlenhydratarme Speisen gab. Nach einer kurzen Pause nach dem Essen fuhren wir zusammen mit Katja in die nächste Einrichtung – Polle. Auch diese Einrichtung gefiel uns sehr gut, da sie sehr hell und gut ausgestattet ist. Wieder wurden wir nett empfangen und bekamen eine Führung durch die Einrichtung, die eine Inklusionseinrichtung ist. Hier waren wir besonders begeistert vom Trockenschrank und dem Handschuhtrockner.

Jetzt blieb nur noch das Jugendhaus übrig, in dem wir (Lisa und Felicitas) die nächsten sieben Wochen arbeiten werden. Auch hier wurden wir wieder total nett und diesmal sogar mit Kaffee und Süßem empfangen. Das Jugendhaus befindet sich in einer ehemaligen Fabrik, weshalb die Decken sehr hoch sind und alles hell und freundlich ist. Auch von der Ausstattung und dem Programm waren wir sofort begeistert. Unsere Anleitung Ronja ist in unserem Alter und hat uns für die nächsten Wochen ein Programm zusammengestellt, das es uns ermöglicht das Jugendhaus und alle kooperierenden Stellen kennenzulernen.

Insgesamt freuen wir uns alle auf unseren ersten Arbeitstag und auch darauf, in den anderen Einrichtung hospitieren zu dürfen, da wir so einen besseren Eindruck von der sozialpädagogischen Arbeit in Finnland bekommen können.

Am Abend wurden wir von Katja in die Beachsauna eingeladen. Hier lernten wir ein paar finnische Studenten kennen, unter anderem auch diejenigen, die im Frühjahr nach Herrenberg kommen werden. Zusammen spielten und aßen wir. Felicitas ging später noch mit einer finnischen Studentin in die Sauna und wagte danach den obligatorischen Sprung in den See. Insgesamt war es ein aufregender Tag, weshalb wir alle wieder relativ früh in Bett gingen.

Am Samstag fuhren wir gemeinsam nach Helsinki und erkundeten die Hauptstadt Finnlands ein wenig.

Die ersten Tage in Finnland sind an uns vorbeigeflogen und wir freuen uns auf alles was noch auf uns zukommt.