Praktikum in Finnland: Dritter Bericht der Schülerinnen

Unser siebenwöchiges Praktikum geht so langsam zu Ende. In der ganzen Zeit konnten wir viel über das finnische System der frühkindlichen Bildung lernen, und die Unterschiede zum deutschen System erkennen.

Da die Konzeptionen der finnischen Einrichtungen auf Selbstständigkeit der Kinder beruhen, wussten wir meist nicht wie wir den Kindern helfen können. Die Kinder können sich mit drei Jahren schon selbstständig an- und ausziehen. In manche Situationen benötigen sie Hilfe, wie beispielsweise beim Zuziehen des Reißverschlusses an der Jacke. Beim Freispiel können sich die Kinder selbst beschäftigen und brauchen kaum Impulse. Außerdem konnten wir wahrnehmen, dass die Kinder Konflikte alleine verbal lösen.

In den finnischen Einrichtungen sind die Medien deutlich präsenter als in den deutschen. In Leas und Özges Einrichtung (Kinderhaus „Polle“) nutzen die Erzieherinnen iPads während der Freispielzeit, um die Eltern auf dem neusten Stand zu halten. Die Eltern bekommen ein Passwort mit dem sie auf eine Plattform zugreifen können. Auf dieser Plattform werden täglich Bilder von den Kindern aus dem Alltag der Einrichtung hochgeladen. Es werden immer nur die Kinder markiert die man auf dem Bild sieht. Dadurch ist das Bild nur zugänglich für die Eltern, deren Kinder auf dem Bild markiert sind. Während der Freispielzeit ist es den Kindern gestattet ans iPad zu gehen. In Luisas und Elenas Einrichtung (Kinderhaus „Valona“) hat jede Gruppe ein Handy. Mit dem Handy werden Bilder von den Kindern gemacht. Außerdem können Eltern ihre Kinder per WhatsApp krank melden.

Wir waren sehr überrascht als wir ein Gerät gesehen haben, welches extra dafür da war, um die Handschuhe der Kinder zu trocknen. Außerdem haben die Einrichtungen auch einen Schrank, der von außen aussieht wie ein Kühlschrank. Wenn man ihn jedoch aufmacht hängen die nassen Jacken der Kinder darin, er ist beheizt und trocknet die Kleidung, sodass problemlos bei jedem Wetter Freispiel im Außengelände möglich ist.

An den Wochenenden machten wir viele Ausflüge an den See und sahen uns jeweils den Sonnenuntergang an. Wir bestellten aber auch gemeinsam Pizza, eine unspektakuläre Aktion meint man. Das war zuerst jedoch eine große Herausforderung, da die Mitarbeiter kein Englisch sprechen konnten. Zum Glück war Özge am Telefon und hat gehört wie der Mann auf Türkisch sagte „ich verstehe nicht was sie von mir will.“ Also konnte Özge auf Türkisch bestellen und wir haben unsere Pizza gekriegt und waren glücklich.

An einem Wochenende waren wir auf einer Rentierfarm in Espoo. Dort konnte man die Rentiere füttern und streicheln. An einem anderen Wochenende waren wir in Porvoo. Dort sind wir durch den Wald gelaufen und konnten verschiedene Spechte und Hasen sehen. Die Stadt ist sehr schön, da sie eine der wenigen finnischen Städte ist, die über alte Holzhäuser verfügt und malerisch an einem Fluss liegt.

Zusammenfassend können wir sagen, dass die Zeit eine schöne Erfahrung voller Höhen und Tiefen war. Wir haben viel über Finnland lernen können. Einige von uns konnten erfahren wie es ist zum ersten Mal allein zu leben. Nichtsdestotrotz freuen wir uns natürlich unsere Liebsten in den Arm zu schließen.